Vista Lizenzierung (Teil 5)
In den folgenden Berichten möchte ich einige „Meldungen“ der letzten Tage zusammenfassen und auch einen kleinen Zwischenstand meiner Testerfahrungen mit Windows Vista RC1 geben.
Zum besseren Verständnis möchte ich Sie auf meine Berichte zu Windows Vista hinweisen, die hier verfügbar sind --> http://www.security-dome.eu/html/windows_vista.html
Auf folgende Punkte werde ich in 6 Teilen eingehen:
Problematisch: Administratorkonto für die Wiederherstellungskonsole (Teil 1)
Kompatibilität von Sicherheitsprogrammen von Drittanbietern (Teil 2)
Sicherheitsfunktion PatchGuard heiss diskutiert (Teil 3)
Kartellrechtliche Bedenken der EU-Kommission (Teil 4)
Vista Lizenzierung (Teil 5)
„Ready for a New Day Roadshow“ Teilnahme (Teil 6)
Die folgenden Erkenntnisse beruhen auf diverse Berichte, Microsoft-Blogs, Forendiskussionen und Newsletter. Da die komplette Situation momentan sehr undurchsichtig ist und oftmals offizielle Stellungnahmen von Microsoft fehlen, kann hier nicht der Anspruch der Vollständigkeit oder gar ein offizieller Status interpretiert werden!!
Vista Lizenzierung:
Ein weiterer Punkt, der für einige Aufregung in Newsgroups, Blogs und Foren sorgte!
Über ungefähre Preise und die verschiedenen Versionen von Windows Vista habe ich schon in diesem Bericht geschrieben --> http://www.security-dome.eu/Vista_RC1_Teil_1.html
Lizensarten:
Neben den für Europa gedachten 4 unterschiedlichen Versionen (Home Basic, Home Premium, Business und Ultimate) wird es 3 verschiedene Lizenzmodelle geben:
OEM
Retail
Volume
Alle 3 Lizenzarten haben gemein, dass sie mehr oder weniger regelmässig durch das Windows Genuine-Programm auf Echtheit geprüft werden.
Erklärungen zu Windows Genuine finden Sie hier --> http://www.security-dome.eu/Microsoft_WGA_1.html und http://www.security-dome.eu/Microsoft_WGA_2.html
Shanan Boettcher (General Manager Windows Vista Abteilung) erklärt die geänderte Lizenzierung mit dem Kampf gegen die Softwarepiraterie.
Gemein ist allen Versionen, dass der Umfang und die Version von Vista abhängig vom jeweiligen Lizenzschlüssel sind. Es ist also davon auszugehen, dass auf einer Vista DVD alle Versionen vorhanden sind.
Ein Lizenzmodell ist fest an die Hardware des Herstellers gebunden und wird mit einem neuen PC verkauft. Vista wird hierbei schon vorab durch den Händler aktiviert. Auch die mitgelieferte DVD enthält bereits ein aktiviertes Image.
Eine neue Aktivierung ist aber nach „umfangreicheren Hardwareumbauten“ nötig – und zwar innerhalb von 3 Tagen.
Die Retail-Lizenz verhält sich wie Windows XP, man muss sie nach 30 Tagen aktivieren. Allerdings mit einem grossen Unterschied! Diese Version lässt sich nach ursprünglichen Aussagen nur maximal einmal auf einem neuen PC aktivieren – und auch nur, wenn die Version auf dem alten PC gelöscht wurde.
Wie sich dieser Sachverhalt darstellt, wenn ein grösserer Hardwaredefekt vorliegt, oder „umfangreiche Hardwareumbauten“ getätigt werden ist noch nicht offiziell erklärt worden. Dazu aber später mehr.
Ausserdem gilt auch schon eine Virtualisierung als Umzug! Dabei sind aber nur die Business und die Ultimate-Version überhaupt „virtualisierungsfähig“. Gleichwohl können aber alle Versionen als „Host“ fungieren.
Nur Abnehmer einer Volumenlizenz oder Mitgliedern des Microsoft Developer Networks ist es erlaubt 4 virtuelle Instanzen aufzubauen.
Die Volume-Lizenz ist wiederum in 2 Versionen erhältlich. Einmal wie eine Retail-Lizenz mit mehrfacher Aktivierung (entsprechend den gekauften Lizenzen) über Multible Activation Keys (MAK), oder über einen eigenen Lizenzierungsserver bei Grosskunden (Key Management Server-KMS).
Schlägt die Aktivierung bzw. die WGA-Prüfung fehl, verfällt Windows Vista in einen „funktionell eingeschränkten Modus“. Auch hier gibt es wiederum 2 Möglichkeiten:
Wird Windows nicht aktiviert, wird der Rechner stündlich neu gestartet. Weiterhin fehlen Desktop-Icons und das Startmenü. Ob bei dieser Möglichkeit auch der „reduced funktionality“-Modus verfügbar ist, ist noch nicht offiziell bekannt.
Wird Windows regulär aktiviert, aber bei einer späteren WGA-Prüfung eine illegale Kopie festgestellt, verfällt Vista in den „reduced funktionality“-Modus.
Beide Möglichkeiten können durch den Erwerb bzw. die Eingabe einer legalen Lizenz wieder rückgängig gemacht werden.
„Reduced funktionality“-Modus:
Bei diesem Modus werden diverse Funktionen deaktiviert. Darunter fallen:
die neue „Aero-Oberfläche“
„ReadyBoost“ Funktion (Nutzung von USB-Sticks als Zwischenspeicher)
Anti-Spyware Tool „Windows Defender“
Keine funktionellen oder erweiterten Updates möglich (Sicherheitsupdates sind weiterhin verfügbar)
Entgegen ursprünglicher Meldungen soll sich Windows Vista aber weiterhin über Telefon aktivieren lassen und nicht nur über eine bestehende Internetverbindung.
In diesem Zusammenhang ist Microsoft einiges an Kritik „zu Ohren“ gekommen, insbesondere was die Virtualisierungsbeschränkung betrifft.
In Blogs und Foren sind ausserdem die Wellen insbesondere von „Gamern“ hoch geschlagen. Schliesslich ist es gerade dieser Kundenkreis, der sich für die teure „Ultimate-Edition“ entscheiden wird. Auch wird unter „Gamern“ sehr oft die Hardware ausgetauscht, um sie kompatibel zu den neuesten Spielen zu machen. Gerade dieser Kundenkreis sorgt also für erhebliche Umsätze und wird durch nicht spezifizierte Aussagen wie „umfangreiche Hardwareumbauten“ mehr als verschreckt.
Auf der anderen Seite sorgen Vorfälle, wie der 24 stündige Fehler eines Microsoft Lizenzierungsservers am 02.10. wodurch diverse Volumenlizenzen von Grosskunden als illegal deklariert wurden. Dieser Fehler brachte Kunden erhebliche finanzielle Einbussen und erhöhte Support-Aktivitäten.
Eventuell aus diesen Gründen wurde der Aktivierungsprozess überdacht – so zumindest laut Aussagen von „bit-tech“, einem britischen Portal.
Die Informationen stammen von einem nicht namentlich gennanten Microsoft-Sprecher der Lizensierungsabteilung. Laut dessen Aussagen soll sich Vista 10 mal über das Internet aktivieren lassen. Danach entscheidet die Microsoft-Hotline individuell telefonisch über weitere Aktivierungen.
Eine erneute Aktivierung wäre aber nur bei einem Wechsel des Mainboards oder der Systemfestplatte nötig. Speicher, Prozessor und Grafikkarten könnten aber ohne erneute Aktivierung getauscht werden.
Microsoft Upgrade Programm:
Microsoft gab nun offiziell bekannt, dass das Upgrade Programm (Express Upgrade) nun auch für deutsche Kunden verfügbar ist.
Das Upgrade Programm gilt nur für Produkte, die zwischen dem 26.10.06 und dem 15.03.07 gekauft wurden.
Dabei erhalten sowohl Käufer von Komplettsystemen mit installiertem Windows XP, als auch Käufer von Windows XP als Einzelprodukt ohne Computer eine Upgrade-Möglichkeit auf Windows Vista.
Dabei wird dieses Upgrade Programm bei Komplettsystemen vom jeweiligen Hersteller abgewickelt. Die Konditionen können von Hersteller zu Hersteller variieren. Aus diesem Grund weist Microsoft auch deutlich darauf hin, entsprechende Angebote zu vergleichen.
Beim Kauf von Windows XP als Einzelprodukt läuft das Upgrade Programm über eine Seite von Microsoft, die bereits online ist und informative Erklärungen enthält.
Auch Käufer von System Builder (SB) –Versionen können von dem Upgrade Programm Gebrauch machen.
Kosten für das Upgrade fallen nur für den Versand an. Eine Sonderregelung gilt hierbei allerdings für Windows XP Home. Hier fallen evtl. zusätzliche Kosten beim Upgrade an.
Einzelheiten zu den Kosten, Upgrade-Möglichkeiten und dem Vorgehen entnehmen Sie bitte dem entsprechenden Link am Ende meines Berichts.
Interne Links:
Problematisch: Administratorkonto für die Wiederherstellungskonsole (Teil 1): http://www.security-dome.eu/Problematisch-Administratorkonto_fur_die_Wiederherstellungskonsole_1.html
Kompatibilität von Sicherheitsprogrammen von Drittanbietern (Teil 2): http://www.security-dome.eu/Kompatibilitaet_von_Sicherheitsprogrammen_von_Drittanbietern_2.html
Sicherheitsfunktion PatchGuard heiss diskutiert (Teil 3): http://www.security-dome.eu/Sicherheitsfunktion_PatchGuard_heiss_diskutiert_3.html
Kartellrechtliche Bedenken der EU-Kommission (Teil 4): http://www.security-dome.eu/Kartellrechtliche_Bedenken_der_EU-Kommission_4.html
„Ready for a New Day Roadshow“ Teilnahme (Teil 6): http://www.security-dome.eu/Ready_for_a_New_Day_Roadshow_Teilnahme_6.html
Externe Links:
Bit-tech: http://www.bit-tech.net/news/2006/10/26/Microsoft_clarifies_Vista_activation_to_bit-tech/
Microsoft Express Upgrade allgemein: http://www.microsoft.com/germany/aktionen/techgarantie/techgarantie-1.mspx#1
Microsoft Express Upgrade Versionen: http://www.microsoft.com/germany/aktionen/techgarantie/techgarantie.mspx#1
Frank Richter