Virtualisierung mit VirtualBox – Teil 2
In diesem Teil möchten wir auf die erweiterten Funktionstests der VirtualBox eingehen.
Im ersten Teil des Berichts hat mein Kollege „Andi“ bereits sehr ausführlich und mit Screenshots die grundlegenden Funktionen und die Erstellung einer virtuellen Maschine beschrieben! Den ersten Teil finden Sie unter --> „Interne Links“
Der zweite Teil stammt von meinem Kollegen „Prototyp“, der sich intensiv mit den erweiterten Funktionen der VirtualBox beschäftigt, und insbesondere die Virtualisierung von Microsoft Vista getestet hat.
Themen dieses Berichts (was Sie erwartet):
VirtualBox Versionen --> RDP-Server / Virtueller USB-Controller / Funktion „Share Folder“ / Unterstützung von iSCSI
Weitere Funktion
Bericht von „Prototyp“ zur VirtualBox Version 1.3.8
Vista Installation
Speicherzuordnung
Datenaustausch mit dem Host-System
Nutzung von USB-Geräten
Snapshot-Technik
Einstellmöglichkeiten
Interne Links
Externe Links
Vor dem Testbericht aber noch ein paar allgemeine Informationen:
VirtualBox Versionen:
VirtualBox der deutschen Firma „Innotek“ bietet neben der freien (von uns getesteten) Version auch eine kommerzielle Version an.
Die kommerzielle Version bietet folgende zusätzliche Funktionen:
RDP-Server (Remote Display Protokoll – nicht zu verwechseln mit Remote Desktop Protokoll)
Virtueller USB-Controller
Funktion „Share Folder“
Unterstützung von iSCSI (internet Small Computer System Interface)
RDP-Server:
Bei der Funktion RDP-Server handelt es sich um ein Protokoll, welches den Zugriff auf die virtuelle Maschine zulässt, auch wenn diese über die Eingabeaufforderung gestartet wurde.
Virtueller USB-Controller:
In der kommerziellen Version ist es möglich, mehr als ein USB-Gerät in das virtuelle System einzubinden.
Funktion „Share Folder“:
Möglichkeit des direkten Austauschs von Daten mit dem Host-System. Eine indirekte und etwas komplizierte Möglichkeit bietet aber auch die freie Version und wird von „Prototyp“ noch näher beschrieben.
Unterstützung von iSCSI:
Die Unterstützung von iSCSI beschleunigt den Zugriff auf Dateien erheblich (insbesondere virtualisierte Festplattendateien).
Bei iSCSI handelt es sich um ein spezielles Protokoll für Speichernetzwerke. Bei diesem Speicherprotokoll werden SCSI-Daten über das Netzwerkprotokoll TCP übertragen.
Weitere Funktionen:
Die Unterstützung eines virtuellen SATA-Adapters ist für zukünftige Versionen geplant.
Weiterhin bietet VirtualBox – sowohl in der freien, wie auch der kommerziellen Version bis zu 4 virtuelle Netzwerkkarten an.
Die virtuellen Netzwerkkarten können entweder:
direkten Zugriff auf die physikalische Netzwerkkarte erhalten
oder durch NAT (Network Adress Translation) über einen integrierten DHCP-Server Zugriff erhalten
Nach diesen Zusatzinformationen folgen die Ausarbeitungen von „Prototyp“. Ich möchte mich bei Ihm für seine zeitintensiven Tests und den abschliessenden Bericht bedanken!
Weitere Informationen finden Sie in unserem Forum --> http://www.security-dome.eu/forum/pA/
Bericht von „Prototyp“ zur VirtualBox Version 1.3.8:
Vista Installation:
Ich habe es geschafft und Vista ist auf der VirtualBox installiert. Nach der Formatierung der Festplatte und deren Verschwinden habe ich einfach einen Neustart gemacht und dann die Installation von Vista nochmals gestartet. Und siehe da es hat geklappt.
Die Installation verlief ohne Probleme. Das Einzige was im Gerätemanager mit einem Ausrufezeichen versehen ist, ist die Netzwerkkarte.
Leider findet man aber auf der Homepage von VirtualBox keine Treiber. Man muss diese bei dem entsprechenden Hardwareherstellern besorgen. Da aber im Gerätemanager nur ein unbekanntes Gerät angezeigt wurde, braucht man schon etwas Phantasie um den Hersteller herauszubekommen.
Also mal in den FAQ geschaut und siehe da, bei der NIC (Anm.d.Red.: Netzwerkkarte) handelt es sich um eine AMD PCNET. Leider ist für Windows Vista noch kein Treiber auffindbar. Da ich im Moment keinen Netzzugang mit der VitualBox brauche habe ich es erstmal so gelassen.
Speicherzuordnung:
Zum Einrichten neuer virtueller Maschinen steht auch ein Assistent zur Verfügung, der schnell und sicher durch die einzelnen Schritte wie das Anlegen der als Datei erzeugten virtuellen Festplatte für das Gastbetriebssystem oder die Auswahl des geplanten Gastsystems selbst führt.
Einzelne Feineinstellungen lassen sich aber erst nach dem Abschluss dieses Schnelldurchlaufs vornehmen.
Dabei habe ich festgestellt, dass man bei VirtualBox nicht nur den verfügbaren Hauptspeicher sondern auch das RAM für die Grafikkarte der virtuellen Maschine verändern kann.
Der Einstellbereich für die Grafik geht von 8 bis 128 MB. Dieses geht aber zu Lasten des Speichers im Host-System.
Dieser wird allerdings nicht dynamisch je nach realem Bedarf an die einzelnen virtuellen Rechner zugeteilt, sondern sofort bei dessen Start der gesamte eingestellte Wert reserviert. Man muss also beim Anlegen der virtuellen Maschinen wie auch beim Starten darauf achten, dass deren Speicherbedarf den noch verfügbaren Hauptspeicher des Rechners nicht überschreitet.
Datenaustausch mit dem Host-System:
Es ist auch nicht möglich Dateien zwischen Host- und Gastsystem mittels Drag and Drop zu verschieben.
Dazu muss man ein Shared Folder anlegen - was gar nicht so einfach war. Man muss erst ein Ordner im Hostsystem definieren und dann im Gastsystem mittels Kommandozeile diesen Ordner einbinden. Danach muss dann dieser Ordner als Laufwerk gemountet werden.
Der Shared Folder ist auch nur unter Windows XP, Windows 2000, und Linux2.4 und 2.6 möglich.
Aus diesem Grunde habe ich auch noch eine XP-Maschine aufgebaut.
Nutzung von USB-Geräten:
VirtualBox ermöglicht es auch USB-Geräte zu benutzen. Es geht aber immer nur eines zur gleichen Zeit.
Es ist dabei zu beachten, dass VirtualBox die USB-Geräte schon beim Start aus dem Host übernimmt. Dabei wird dieses aus dem Host ausgeworfen und im Gast eingebunden. Wenn während dieser Aktion gerade Zugriffe auf ein USB-Gerät statt findet kann es zu Datenverlusten kommen.
Snapshot-Technik:
Ich habe mir mal die Snapshot-Technik angeschaut.
Man kann zu jeder Zeit einen solchen erstellen. Die Größe eines Snapshots beträgt - je nach durchgeführten Änderungen an der virtuellen Maschine - ca. 50MB bis 1GB.
Wenn man einen Snapshot zurück spielen möchte, markiert man diesen einfach an und klickt dann auf „Discard Snapshot“. Dieser wird dann eingespielt und danach die Datei gelöscht.
Beim zurück kopieren eines Snapshots sollte sich die virtuelle Maschine im Leerlauf befinden, oder heruntergefahren sein. Es ist also immer ein herunterfahren notwendig, denn ich glaube keiner weiß wann ein System wirklich im Leerlauf ist. Dieses ist besonders wichtig, weil sonst die Änderungen des Snapshots nicht eingelesen werden können.
Es ist auch empfehlenswert, nach dem Rückspielen eines Snapshot sofort wieder einen neuen zu erstellen damit dieser Zustand auch wieder abgespeichert wird. Es ist auch möglich ein Kommentar zur jeder Momentaufnahme zu schreiben. So behält man immer den Überblick über Zeitpunkt und Zustand der Aufnahme.
Einstellmöglichkeiten:
Hier noch eine kurze Beschreibung der Einstellmöglichkeiten des Programms.
Unter File findet man folgende Buttons:
„Virtual Disk Manager“ - hier können virtuelle Laufwerke erstellt und verwaltet werden.
„Global Settings“.
Unter „General“ werden grundlegende Dinge eingestellt. Es kann hier der Speicherort für die virtuellen Laufwerke und die VDI-Datei (Speicherung der Einstellungen) verändert werden.
Unter „Input“ kann man eine Tastenkombination zum Freigeben des Mauszeigers festlegen.
Der Schalter „USB“ erlaubt eine Zuordnung von USB-Geräten über Filterregeln
Der Menüpunkt „VM“ ist identisch mit den Icons auf der Programmoberfläche, welche ja schon im ersten Teil von „Andi“ beschrieben wurden.
Vielen Dank nochmals an „Andi“ und „Prototyp“ für diese umfangreichen und ausführlichen Testergebnisse und die Erlaubnis die Berichte zu veröffentlichen!
Interne Links:
Virtualisierung mit VirtualBox – Teil 1: http://www.security-dome.eu/Virtual_Box_Teil_1.html
Virtualisierung mit VirtualBox – Teil 2: dieser Bericht
Externe Links:
Homepage VirtualBox von InnoTek: http://www.virtualbox.org/
Weitere Informationen bzw. zur Diskussion dieses Beitrags besuchen Sie unser Forum – unter --> http://www.security-dome.eu/forum/pA/
Autor: Frank Richter
Co-Autor: Prototyp
Copyright: Frank Richter – securITy-dome.eu
Erstellungsdatum: 21.05.07
Letzte Aktualisierung: 21.05.07