Begriffserklärung IDS/IPS

 

 

Mittlerweile werden insbesondere IPS-Lösungen auch im Endverbraucherbereich angeboten.

 

Aber was sind IPS/IDS-Systeme eigentlich?

 

IDS (Intrusion Detection System) sind Lösungen zur Erkennung von Einbruchsversuchen.

IPS (Intrusion Prevention System) sind Lösungen zur Verhinderung von Einbruchsversuchen.

 

IDS-Lösungen sind also passiv. Sie schreiben verdächtige Aktionen in Logfiles bzw. können einen Alarm (E-Mail, Pager) auslösen.

IPS-Lösungen können zusätzlich aktiv verdächtige Aktionen unterbinden. So kommunizieren sie beispielsweise mit der Firewall, um aktiv Regeländerungen zu veranlassen.

 

 

Bei den IDS/IPS-Lösungen gibt es zwei grundsätzliche Unterscheidungen:

 

 

Netzwerkbasiertes IPS/IDS:

Bei diesen Lösungen handelt es sich um spezielle Hardware oder Rechner, die speziell konfiguriert sind.

Netzwerkbasierte IPS/IDS überwachen in Echtzeit folgende Aktivitäten:

 

Die Erkennung von Einbruchsversuchen basiert dabei auf zwei Analyseverfahren:

 

Hier werden auch gleichzeitig die Schwachstellen bzw. Probleme von netzwerkbasierten IDS/IPS erkennbar:

 

Eine Definition des „normalen Netzwerkverkehrs“ ist extrem schwierig! Zum einen muss das Netzwerk über einen längeren Zeitraum genau beobachtet werden und zum zweiten darf das Netzwerk über den gesamten Zeitraum nicht kompromittiert sein!!

Hierzu ein Beispiel:

Es wird der normale E-Mailverkehr vom 01.03. bis 01.09. über ein halbes Jahr kontrolliert. Es ergeben sich spezifische Spitzen, die alle nachvollziehbar sind. Man setzt nun aktive Limits, um mögliche E-Mailviren zu verhindern.

Nun kommt aber Weihnachten und Silvester. Ein Zeitraum indem alle Mitarbeiter Glückwünsche mit Anhängen kreuz und quer verschicken. Das IPS schliesst beim Überschreiten des definierten Limits die entsprechenden Ports, weil es einen Angriff vermutet. Den Rest können Sie sich selber ausmalen.

 

Sie sehen, wie schwierig anhand eines solch einfachen Beispiels die Definition „normaler Netzwerkverkehr“ ist. Ein Netzwerk ist nie statisch! Es wächst dynamisch – und damit sind auch die Regeln immer als dynamisch zu sehen.

 

Auch die Auswertung der Logfiles ist eine sehr zeitintensive Aufgabe. Ausserdem sind hierfür tief greifende Kenntnisse notwendig.

 

 

Hostbasiertes IDS/IPS:

 

Diese Lösungen werden auf den zu überwachenden Rechnern installiert. Sie kommunizieren dann normalerweise mit einem IDS/IPS-Server. Von diesem beziehen sie auch die notwendigen Regeln. Es gibt aber auch unabhängige Systeme.

 

Bei diesen Systemen werden kritische Systemoperationen überwacht. Dies sind z.B.:

 

Aber auch hier erkennt man mögliche Probleme!

 

So werden z.B. gewollte Softwareupdates oder ein Remote Patchverwaltung be-/verhindert.

Auch das Einspielen von neuer Software über Gruppenrichtlinien kann von einem hostbasierten IDS/IPS verhindert werden.

Auch beliebte Hilfsmittel zur Fernverwaltung (remote Desktop) können verhindert werden.

 

Sie sehen, die beiden Systeme verfolgen teilweise unterschiedliche Philosophien.

 

Prinzipiell kann man aber folgende Empfehlungen geben:

 

 

Zu hostbasierten IDS/IPS-Systemen werde ich zukünftig noch einige Test durchführen und veröffentlichen. Diese können Sie dann in dem neuen Bereich unter Projekte nachlesen --> http://www.security-dome.eu/html/ids_ips.html



 

 

Frank Richter

 

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